Français  Nederlands  English


Dienst zur Bekämpfung von Armut, Prekären Lebensumständen und Sozialer Ausgrenzung

 copyright wauter de tuinkabouter - Jan Bakker - goodsardine.clean - Johny hanging head down from the tree - maav
 

Wilkommen


Ein öffentlicher Dienst zur Bekämpfung von Armut

Mit einer Vorgeschichte

1994 erscheint im Auftrag der damaligen Föderalregierung der Allgemeine Bericht über die Armut. Dieser Bericht ist das Ergebnis einer zweijährigen Arbeit, an der mehrere Organisationen, die als Sprachrohr für die Meistbenachteiligten fungieren, ÖSHZs, SozialassitentInnen der Sozial- und Jugendhilfe, Lehrkräfte, Ärzte, Sozialpartner u.a.m, beteiligt sind.

Der Allgemeine Bericht über die Armut beinhaltet die Forderung, eine Struktur zur Bekämpfung der Armut zu schaffen. 1998 wurde das Kooperationsabkommen zwischen dem Föderalstaat, den Gemeinschaften und den Regionen über die Kontinuität der Politik im Bericht Armut unterzeichnet. Dieses Abkommen sieht unter anderem die Schaffung eines Dienstes zur Bekämpfung von Armut, prekären Lebensumständen und sozialer Ausgrenzung vor. Dieser Dienst wurde 1999 gegründet.
 

Mit eigenen Aufgaben

Das Kooperationsabkommen über die Kontinuität der Politik im Bereich Armut in Belgien definiert die Aufgaben, die der Dienst zur Bekämpfung von Armut, prekären Lebensumständen und sozialer Ausgrenzung hat:

bullet

Informationen über prekäre Lebensumstände, Armut, soziale Ausgrenzung und Zugang zu den Rechten auf der Grundlage von vorab definitierten Indikatoren registrieren, systematisieren und analysieren;

bullet

Konkrete Empfehlungen und Vrschläge zur Verbesserung der Politik und der Initiativen zur Prävention gegen prekäre Lebensumstände zur Armutsbekämpfung und zur sozialen Eingliederung formulieren;

bullet

Mindenstens alle zwei Jahre einen Bericht schreiben;

bullet

Auf Antrag eines der Vertragspartner oder der Interministeriellen Konferenz Soziale Eingliederung oder aus eigener Initiative Stellungnahmen oder Zwischenberichte zu allen Fragen innerhalb der Aufgabenbereiche des Dienstes erarbeiten;

bullet

Eine strukturelle Konzertierung mit den Meistbenachteiligten organisieren.


Strukturelle Konzertierung mit den Menschen, die in Armut leben

Mit dem Kooperationsabkommen wird die Konzertierung zwischen den politischen Verantwortungsträgern und den Organisationen, die Sprachrohr der Meistbenachteiligten sind strukturell verankert und bekommt der Dienst die Aufgabe, diese Konzertierung zu organisieren. Hierbei wird die Dialogmethode angewandt, so wie dies auch bei dem Allgemeinen Bericht über die Armut der Fall war. Bei dieser partizipativen Methode geht es darum, das erlebte Wissen der Personen, die Armut am eigenen Leib erfahren haben, mit dem durch Handeln erworbenen Wissen in der Sozialhilfe, der Verwaltung, im Vereinslebens, in der Politik … und dem akademischen Wissen von Wissenschaftlern zu bündeln. Die Beteiligung von Menschen in Armut über die Organisationen, die sie vertreten, fördert nicht nur ihre Emanzipation, sondert garantiert gleichzeitig eine effizientere Politik zur Bekämpfung der Armut und eine mehr solidarische und demokratische Gesellschaft. Das Kollektiv der Partnerorganisationen des Allgemeinen Berichts über die Armut ist einer der wichtigsten und bevorzugten Partner des Dienstes. Es besteht aus Organisationen, die am Allgemeinen Bericht über die Arbeit mitgearbeitet haben und aus einigen anderen Vereinigungen, die später hinzugekommen sind.


Ein Zweijahresbericht über die Armut

Alle zwei Jahre muss der Dienst einen Bericht über prekäre Lebensumstände, Armut, soziale Ausgrenzung und ungleichen Zugang zu den Rechten schreiben. Der Bericht wird in Rücksprache mit den Organisationen, die Sprachrohr der Meistbenachteiligten sind, erarbeitet. Der Bericht unterscheidet sich durch die Anwendung der Dialogmethode von anderen Berichten. Die Zweijahresberichte wollen ein Hilfsmittel bei der politischen Beschlussfassung sein. Das Kooperationsabkommen sieht daher das nötige Follow-up vor: die Interministerielle Konferenz Soziale Eingliederung, die im Bestreben nach einer kohärenteren Politik zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung gegründet worden ist, muss den Bericht an unterschiedliche politische und sozialwirtschaftliche Instanzen weiterleiten. Der erste Zweijahresbericht mit dem Titel "Im Dialog, sechs Jahre nach dem Allgemeinen Bericht über die Armut" erscheint im Juni 2001. Aus diesem Bericht ergeben sich zwei größere Schwerpunkte:
 
bullet

Eher eine allgemeine als eine selektive Politik

bullet

Eine Politik, die jedem die Möglichkeit gibt, seine Staatsbürgerschaft auszuüben.

Neben diesen zwei Wegweisern für politische Entscheidungen werden drei Prinzipien für eine gute Politik herausgestellt:
 
bullet

Mehr Wissen über die Lebenssituation von Menschen in Armut;

bullet

Mehr Dialog mit Menschen in Armut über ihre Organisationen;

bullet

Mehr Kohärenz in der Politik zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung.

 

Für nähere Informationen über den Dienst verweisen wir Sie an die französische und niederländische Webseite.


Zentrum für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung
 

2010 : Europäisches Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung

Das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union haben das Jahr 2010 zum „Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“ erklärt. Die beiden Institutionen möchten damit einen entscheidenden Impuls zur Beseitigung der Armut setzen.

Lesen Sie hier : Gemeinsamer Beschluss des Parlaments und des Rats

Mehr Infos : Website der Europäischen Kommission

 

Lesen Sie hier: Das Nationale Belgische Aktionsprogramm
-> Wer organisiert die Teilnahme Belgiens am Europäischen Jahr?  
-> Wer vertritt Belgien im Beratenden Ausschuss 2010 bei der Europäischen Kommission? 
-> Welches sind die in Belgien für 2010 geplanten Aktivitäten?

 


rue Royale 138, 1000 Bruxelles Tél.: +32 (0)2 212.31.66 Fax: +32 (0)2 212.30.30 E-mail: luttepauvrete@cntr.be Letzte Änderung:11-03-2010